Ab 28.6.

Wenn zwei sich streiten, lacht oft der Dritte – aus dieser Tatsache machte Bestsellerautor Daniel Glattauer („Gut gegen Nordwind“) sein Erfolgsstück „Die Wunderübung“, in dem er meisterlich den Zustand einer langjährigen Liebesbeziehung beschreibt – und den Versuch, sie mit Hilfe eines Dritten wieder auf Schiene zu bringen. Regisseur Michael Kreihsl („Liebe möglicherweise“) hat „Die Wunderübung“ bereits 2015 auf die Bühne der Wiener Kammerspiele gebracht. Jetzt adaptierte er die Komödie gleichermaßen tiefgründig wie leichtfüßig für die große Leinwand.

Die Liebe kann fast alles: Herzen brechen, Berge versetzen, König­reiche zerstören. Die ganz, ganz großen Sachen. Aber eines kann sie nicht: Den Graben überbrük­ken, der entsteht, wenn ein Paar sich, wie man so schön sagt, aus­einandergelebt hat. Zwei Men­schen, die einst zusammenkamen, weil sie sich blind verstanden und besser als alle anderen aufeinan­der ein- und verlassen konnten. Jetzt, viele Jahre und viele Erfah­rungen später, sprechen sie eine völlig unterschiedliche Sprache. Joana (Aglaia Szyszkowitz) und Valentin (Devid Striesow) stehen auf den entgegengesetzten Seiten des erwähnten Grabens. Nach über einer Dekade Ehe kommu­ni­zieren sie zwar miteinander, aber nur noch gehässig und polemisch. Die gemeinsame Tochter zwingt sie zum Paartherapeuten. Dieser Therapeut (Erwin Steinhauer) hat mit den beiden seine helle Freude. „Du hörst mir nie zu!“ – „Wozu denn, du sagst ja immer das glei­che!“ „Du verstehst mich nicht!“ – „Dann sag halt mal etwas, was ein normaler Mensch kapiert!“ Joana und Valentin schenken einander nichts, aber sie bekommen es mit einem ebenbürtigen Gesprächs­part­ner zu tun, der ihre unheile Welt mit viel Witz und Klugheit auf den Kopf stellt.

Österreich 2017.
Regie: Michael Kreihsl.
Mit: Aglaia Szyszkowitz, Devid Striesow, Erwin Steinhauer.
90 Min. Ab 0 J.