Erna Rot

Published on 17.09.2018 by Hermann Thieken

GEPLANTER NEUER TERMIN:  Mittwoch 16. Januar 2019

Eintritt: Vorverkauf 15,- € | Abendkasse 17,- € | Studenten*innen 8,50 €

ERNA ROT macht jungen, deutschen Jazz, mit einer ganz eigenen Note. Die gebürtige Berlinerin und Wahl-Kölnerin vertont ironische Geschichten und Beobachtungen aus dem Alltag, in denen sich schnell so manch einer von uns wiederfindet. Mit Einflüssen aus Swing, Bluegrass und klassischer Singer-Songwriter Tradition erweitert sie den Jazz, so wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Nach dem Debutalbum „Ode an die Freude“ (Ozella 2015), setzt sie mit ihrer zweiten Platte „Angst & Weltschmerz“ (ACT 2018) ihr Thema passend zum aktuellem Zeitgeist. Selbstverständlich mit einem Augenzwinkern. Männer, die sabbernd nachts alleine Zug fahren, Eisbären, die auf einsamen Schollen schlafen oder Papierschiffe, die spätestens am Gartenzaun den Geist aufgeben. Mit Witz, Charme und einer Portion bodenloser Frechheit, hat sich die Sängerin, zusammen mit ihrer Band, ein breites Publikum erspielt und beim Label ACT einen neuen Heimathafen gefunden.

Die Besetzung:
Erna Rot Gesang & Komposition
Simon Doetsch Trompete & Akkordeon
Peter Kowal Gitarre & Mandoline
Stefan Rey Bass
Felix Günther Schlagzeug

„Melancholisch, ernst oder spaßig-verrückt.“ (3sat Kulturzeit)
„Eine Geschichtenerzählerin mit Ironie, Humor und Ernst.“ (Jazzpodium)
„Intelligent, elegant, lustig und listig.“ (Barbara)

Kritiken:

JAZZTHING
Diese Songs hüpfen in die Ohren, nisten sich ein und sind dennoch keine lulligen
Ohrwürmer. Denn die Lieder von Erna Rot locken immer wieder mit unverhofften
Wendungen und nehmen damit ihr Publikum gefangen; kaum assoziiert sich eine Schublade,
ist sie schon wieder zu und die nächste fliegt auf: Zickiger Vaudeville, Weil’sche Beats,
deutsche Chansonwurzeln, pralle Broadwayglitzer, eine Tom-Waits-Plka, Tamla Motown,
harte Bluesrockriffs, coole gestopfte Trompeten und noch viel mehr stecken in der Musik,
mit der die Sängerin, Autorin und Komponistin debutiert. “Ich setze mich nicht bewusst hin
und nehme mir vor: heute Polka, morgen Bebop, übermorgen Cool. Das ergibt sich einfach
aus dem Zufall heraus […]”, sagt Erna Rot, im anderen Leben die Filmemacherin Constanze
Klaue, deren Doku über den Freejazz in der DDR 2016 erscheint. “Ode an die
Freude”(Ozella/Gallileo) ist eine Sammlung Geschichten voller Wortwitz, überrumpelten
Klischees und skurilen Bildern in bunten, musikalischen Facetten. Und auch da ist Erna Rot
ganz bei sich: “Bei meinen Texten guck ich mir nichts ab. Das ist meine eigene Sprache. Mit
dem Schreiben hat alles angefangen und das ist neben der Musik meine Hauptaufgabe. Bei
der Musik klaue ich gerne mal.” (Uli Lemke)

KONZERTKRITIK EUSKIRCHEN
Von Carolin Bietzker
[…] Erna Rot, professionelle Jazzsängerin, Komponistin und Autorin sowie kreative Kopf der
Band, eroberte das Publikum sogleich im Sturm mit ihrer direkten Art. Sie sprach und sang
wie ihr der Schnabel gewachsen war… In rasanten, packendem Jazz vertonten Erna Rot und
ihre Band den ganz normalen Alltagswahnsinn. Herausragend wortgewandt textete sie in
unkomplizierter, deutscher Sprache ihre Songs rund um persönliche und gesellschaftliche
Abgründe…

GENERALANZEIGER BONN
Von Thomas Kölsch
[…] Die charmante Sängerin und ihre vier Begleiter haben sich feinem Swing-Pop mit
deutschen Texten verschrieben – eine ungewöhnliche, aber wirklich schöne Mischung.
Anders, aber gut. Rots warme Altstimme sang von Alltäglichkeiten, vom Glück, der Liebe und
dem schlafenden Mann im Zug auf dem Sitz gegenüber. Dazu exzellente Musiker, die sich
auch mal zurücknehmen können, und schon waren der Höhepunkt und ein würdiger
Abschluss des Abends erreicht.

GALORE CD-Kritik
Von André Boße
Es gab Ende der Achtzigerjahre eine gute Zeit für weltoffene und freigeistige Folkrockmusik
aus deutschen Studios. Bands wie Poems For Laila oder M. Walking On The Water
kombinierten russische Polka mit Indiepop, spielten hemmungslose Walzer und sangen
dabei übers Kiffen. Auch Element Of Crime fingen damals an, die gibt es immer noch, wenn
auch gemütlicher. Nun knüpft Erna Rot aus Köln an diese Tradition an: Es steckt viel Chanson
in dieser Musik, doch die Sängerin ergibt sich nicht der Caféau- lait-Ästhetik, sondern packt
slawische Schwermut drauf. Verantwortlich für den tollen Klang ist Produzent Kurt
Ebelhäuser, ansonsten eine Größe im Gitarrenrock. Das Titelstück gibt die Richtung vor: Die
Harmonien sind clever, das Gitarrensolo großartig, der Polkapunk im Refrain zügellos. Nicht
alle Songs sind so zielstrebig arrangiert, dafür funktioniert Erna Rots Interpretation des
„Liebesleid“ von Fritz Kreisler wunderbar. Das hatte auch schon Grönemeyer nachgespielt.
Wenngleich deutlich weniger sinnlich.

FAIRAUDIO CD-Kritik Okt 2015
Von Victoriah Szirmai
Musikrezension Erna Rot “Ode an die Freude” und Otis Redding “Blue”.
“Erna Rot und Otis Blue – was klingt, wie den Träumen eines Synästheten entsprungen,
funktioniert auch für sinnlich Normalbefähigte, denn bis auf die Ohren benötigt man für
diese Elementarfarbkombination nichts. Na gut, Augen, um vorher diesen Text zu lesen,
wären auch nicht schlecht. Manchmal kann es zwar schön sein, so ganz unschuldig in ein
Album hineinzustolpern, aber letzten Endes gilt auch in Sachen Musik: Wer mehr weiß, hört
besser.”

NOZ CD-Kritik Okt 2015
Von Verena Reygers
Erna Rot hat mit ihrem Album “Ode an die Freude” mit Sprachwitz und Doppelbödigkeit, und
musikalischen Paarungen etwa von Jazz und Indie zeitgemäßen Jazz geliefert.Wer
zeitgemäßen Jazz für eine bierernste Angelegenheit zwischen seriösem Kontrabass und den
High Heels der Sängerin hält, irrt sich. Erna Rot paart den Jazz mit Indie, Lisa Bassenge mit
Element of Crime, Judith Holofernes mit Max Raabe. Da darf ein Song auch alltagstauglich
mit “Blöde Kuh” oder “Grauer Beton” betitelt werden. Trotzdem ist “Ode an die Frede”
genau das, die charmante Auseinandersetzung mit den kleinen Freuden, die nur ein bisschen
mit dem dreckigen Hemdsärmel poliert gehören, bevor sie glänzen. Darüber können auch
das traurige Akkordeon oder das schwerfällige Schlagzeug nicht hinwegtäuschen, denn
schon im nächsten Moment wandelt sich die Instrumentierung zur ausgelassenen Raserei.
Erna Rot alias Constanze Klaue orientiert ihren von der Freude an der Improvisation
bestimmten Sound an Chanson, Jazz, Swing und Avantgarde-Pop. Da trötet die Trompete,
schwankt das Klavier und ist die Musik so atemlos wie nach einem ausgedehnten
Samstagsbendtanz. Aber auch müde wankend überzeugen die Musikerin und ihre vier
Mitstreiter. “Zeitumstellung” geht mit einem flirrenden Gitarrensolo unter die Haut, und
“Liebesleid” ehr Georg Kreisler in einer ganz unironischen Version. Denn Sprachwitz und
ironische Doppelbödigkeit lugen auf “Ode an die Freude” allerortens durch. Zeitgemäßer
Jazz, der geht so!

Draußenseiter Magazin Köln CD-Kritik
Von Jens Hüttenberger
„Sie sind jung, sie sind ambitioniert, sie sind gut, sehr gut. Die Kölner Band Erna Rot vereinen
Swing, Bebop, französischen Chanson und deutsche Independent-Musik. Dabei zimmert die
Band um die namensgebende Sängerin und Komponistin Erna Rot und den Trompeter und
Akkordeonisten Simon Doetsch an einem Sound, der den Variantenreichtum des
Jazz aufgreift, aber die gestalterische Präsenz eines deutschen Popsongs voll ausschöpft.
Sollte man sie grob mit einem Satz beschreiben, würde einem so etwas einfallen wie: „Wir
sind Helden“ machen jetzt Jazz. Das liegt an der Stimme der Sängerin und an den kleinen,
teils ironischen Texten, die sie in ihren Liedern erzählt… Stets pointiert beobachtet
und erfrischend geschrieben. Erna Rot mit einem Wort: herrlich! Mit einem Satz: Die Musik
macht gute Laune – ohne dabei platt zu sein.

Aachener Nachrichten
Von Verena Richter
„Es ist wohl die Mischung, die diese Gruppe ausmacht. Neben den eigenen Liedern tauchen
Klassiker von Fritz Kreisler, Friedrich Holländer oder Brecht auf, die Erna für die Besetzung
neu adaptiert hat. Die Band ist in Köln angesiedelt, wobei nur Schlagzeuger Felix Günther ein
„echter Kölsche Jung ist“, verrät die Sängerin, die ihr Heimweh nach Berlin gerne in ihre
Songs verarbeitet. Dadurch haben ihre Lieder manchmal etwas Melancholisches, das
wunderbar in ihr Gesamtprogramm passt…“

Westfalen Blatt
Von Hartmut Horstman
„Es dürfte schwer sein eine Jazz- und Chansoninterpretin zu finden, die sich unprätentiöser
auf der Bühne darstellt als Erna Rot. Kein Stargehabe, stattdessen ein herzliches
Miteinander mit der Band, wobei sie jedem genug Freiraum für Solis lässt. Und wenn sich die
Künstlerin zur Musik bewegt, erinnert sie in ihrem Kleid mitunter an ein kleines Mädchen.
Doch diese vermeintliche Naivität ist nur ein Teil der aus Berlin stammenden Sängerin, denn
auf ihre Texte achtet erkennt, dass Leben und Liebe Spuren hinterlassen haben.
„Eine einfache Sprache mit manchmal erschreckendem Tiefgang“, sagt sie selber dazu und
dem kann man nur zustimmen!…“